
Hast du Lust wunderschöne, selbstgemachte Kerzen zu gießen und suchst nach Tipps damit sie perfekt gelingen? In meinem Blogbeitrag erfährst du alles, was du rund um das Thema "Kerzen selber machen" wissen solltest. Ich zeige dir welche Materialien ich verwende, welches Equipment praktisch ist und gebe dir hilfreiche Tipps für die optimale Kerzenherstellung - hier bekommst du meine Erfahrungen an die Hand.
Nutze auch mein nützliches Wachsrechnungs-Tool, mit dem du die perfekte Menge Wachs für jedes Kerzenprojekt berechnen kannst. Und schaue auch gerne in meinem Shop vorbei, dort verkaufe gelegentlich meine selbstgemachten Kerzen.
Inhaltsverzeichnis
- Kerzenwachse im Überblick
- Formen vorbereiten und richtig gießen
- Dochte richtig auswählen
- Docht befestigen und positionieren
- Duftöle richtig dosieren
- Kerzenfarben verwenden
- Kerzensahne
- Wachsfrosting
- Silikonformen richtig pflegen
- Praktisches Equipment
- Empfehlungen
- Kerzen richtig lagern
- Vor und während dem Abbrennen
- Häufig gestellte Fragen
- Praktischer Kerzenwachsrechner
Kerzenwachse im Überblick
Die Wahl des richtigen Wachses ist entscheidend für die Qualität deiner Kerze. Jedes Wachs hat seine eigenen Eigenschaften und eignet sich für unterschiedliche Kerzenarten.
Wachsarten für verschiedene Kerzentypen
Containerkerzen (Gläser, Dosen): Für Containerkerzen eignen sich weiche Wachse mit niedrigem Schmelzpunkt besonders gut. Sojawachs, Rapswachs und Kokoswachs sind hier die erste Wahl. Diese Wachse haften gut am Glas/Behälter und entwickeln beim Abbrand einen schönen Schmelzpool.
Formkerzen (Stumpenkerzen, Stabkerzen): Für freistehende Kerzen brauchst du härteres Wachs mit höherem Schmelzpunkt. Paraffinwachs und Bienenwachs sind ideal, da sie formstabil bleiben und sich gut aus der Form lösen. Es gibt aber auch spezielles Sojawachs für Formkerzen, das härter ist als normales Sojawachs.
Wichtig beim Wachskauf: Achte immer genau auf die Produktbeschreibung! Wachse sind speziell für Container- oder Formkerzen entwickelt. Ein Sojawachs für Containerkerzen funktioniert nicht gut für Formkerzen und umgekehrt. Die Hersteller geben immer an, wofür das Wachs gedacht ist.
Wachsarten mischen für bessere Ergebnisse
Das Mischen verschiedener Wachsarten kann die Eigenschaften deiner Kerzen deutlich verbessern. Besonders bei Containerkerzen bewährt sich eine Mischung aus Sojawachs mit einem kleinen Anteil Kokoswachs (etwa 5-10%). Das Kokoswachs verbessert den Abbrand, sorgt für eine glattere Oberfläche und verstärkt die Duftabgabe.
Auch eine Mischung aus Sojawachs und Bienenwachs (10-20% Bienenwachs) ist gut. Das Bienenwachs verleiht der Kerze eine schöne Farbe, einen leichten Honigduft und verlängert die Brenndauer. Bei Paraffinwachs kann ein Zusatz von Stearin (etwa 10%) die Härte erhöhen und die Kerze tropffrei machen.
Sojawachs
Sojawachs ist pflanzlich und umweltfreundlich. Es bietet eine sehr gute Duftbindung und ist ideal für Containerkerzen. Sojawachs brennt langsam und sauber ab. Der Schmelzpunkt liegt bei 46-54°C. Für Anfänger ist Sojawachs besonders empfehlenswert, da es kleine Fehler verzeiht.
Paraffinwachs
Paraffinwachs ist das klassische Kerzenwachs mit sehr guter Formstabilität. Es eignet sich perfekt für Kerzenformen und ermöglicht hohe Transparenz. Der Schmelzpunkt liegt bei 54-70°C. Paraffinwachs bietet eine große Vielfalt an Härtegraden und ist sehr vielseitig einsetzbar.
Bienenwachs
Bienenwachs ist natürlich und hat einen eigenen, angenehmen Duft. Es besitzt eine charakteristische goldgelbe Farbe und eine sehr lange Brenndauer. Der Schmelzpunkt liegt bei 62-65°C. Bienenwachs ist preislich höher angesiedelt, dafür aber ein reines Naturprodukt.
Rapswachs
Rapswachs ist eine europäische und nachhaltige Alternative zu Sojawachs. Es hat eine cremige Optik und bietet eine hervorragende Duftbindung. Der Schmelzpunkt liegt bei 48-56°C. Rapswachs eignet sich besonders gut für Containerkerzen und ist eine gute Wahl für umweltbewusste Kerzenmacher.
Kokoswachs
Kokoswachs ist ein Premium-Wachs mit sehr sauberem Abbrand. Es erzeugt eine glatte, weiße Oberfläche und bietet die beste Duftverteilung. Der Schmelzpunkt liegt bei 49-52°C. Kokoswachs ist etwas teurer, liefert aber hervorragende Ergebnisse.
Mischwachse
Mischwachse kombinieren die besten Eigenschaften verschiedener Wachsarten. Oft handelt es sich um Soja-Paraffin-Mischungen. Sie sind vielseitig einsetzbar und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Schmelzpunkte variieren je nach Mischung.

Formen vorbereiten und richtig gießen
Die richtige Vorbereitung der Form und die korrekte Gießtemperatur sind entscheidend für das Ergebnis. Bei Containerkerzen ist unbedingt darauf zu achten, dass die Gefäße feuerfest & hitzebeständig sind!
Form vorwärmen
Das Vorwärmen der Form verhindert unschöne Luftblasen und sorgt für eine glatte Oberfläche. Erwärme deine Silikonform auf etwa 40-50°C. Du kannst sie dafür kurz in warmes Wasser legen oder mit einem Föhn/Heißluftpistole erwärmen. Auch bei Glasgefäßen für Containerkerzen kann das Vorwärmen zu besseren Ergebnissen führen.
Optimale Gießtemperatur
Die Gießtemperatur hängt stark von der Wachsart und dem Kerzentyp ab:
Containerkerzen:
- Sojawachs: 55-65°C
- Rapswachs: 55-65°C
- Kokoswachs: 50-60°C
- Paraffinwachs: 65-75°C
Formkerzen:
- Paraffinwachs: 75-85°C (höhere Temperatur für glatte Oberfläche)
- Bienenwachs: 70-80°C
- Sojawachs: Weniger geeignet für Formkerzen
Nachgießen und Oberfläche glätten
Nachgießen bei Absenkungen: Wachs zieht sich beim Erkalten zusammen, wodurch oft eine Vertiefung um den Docht entsteht. Warte 2-3 Stunden, bis das Wachs fest ist. Steche dann mit einem Schaschlikspieß mehrere Löcher um den Docht herum (etwa 1-2 cm tief). Erwärme etwas Wachs auf 5-10°C über der ursprünglichen Gießtemperatur und gieße vorsichtig nach, bis die Oberfläche eben ist. Oder verwende eine Heatgun zum Schmelzen der Oberfläche.
Alkohol für glatte Oberfläche: Ein Profi-Trick für Containerkerzen: Sprühe unmittelbar nach dem Gießen die Oberfläche leicht mit 70%-igem Alkohol (Isopropanol) ein. Der Alkohol lässt Luftblasen platzen und sorgt für eine perfekt glatte Oberfläche. Halte die Sprühflasche etwa 20-30 cm entfernt und sprühe nur leicht.
Heißluftpistole: Kleinere Unebenheiten kannst du mit einer Heißluftpistole (Heatgun) vorsichtig erwärmen und glätten. Halte die Pistole in Bewegung und nicht zu nah an der Oberfläche, um Überhitzung zu vermeiden.
Dochte richtig auswählen
Der richtige Docht ist genauso wichtig wie das Wachs. Ein zu kleiner Docht führt zu einem Tunnelbrand, ein zu großer Docht zu Ruß und flackernder Flamme.
Dochtarten im Überblick
| Dochttyp | Eigenschaften | Geeignet für |
|---|---|---|
| Baumwolldocht (flach) | Klassischer Docht, stabile Flamme | Paraffinwachs, Kerzenformen |
| Baumwolldocht (rund geflochten) | Selbstreinigend, wenig Ruß | Sojawachs, Containerkerzen |
| Holzdocht | Knistert beim Brennen, breit | Alle Wachsarten, besonders Soja |
| Kerndocht | Mit Papierkern, steht aufrecht | Containerkerzen, weiche Wachse |
Dochtgröße bestimmen
Die Dochtgröße richtet sich nach dem Durchmesser der Kerze. Bei größeren Kerzen können mehrere Dochte nötig sein.
| Durchmesser | Empfohlene Dochtgröße | Anzahl Dochte |
|---|---|---|
| 4-5 cm | Klein (z.B. ECO 4, HTP 52) | 1 Docht |
| 6-7 cm | Mittel (z.B. ECO 8, HTP 83) | 1 Docht |
| 8-9 cm | Groß (z.B. ECO 12, HTP 104) | 1 Docht |
| 10-12 cm | Extra Groß (z.B. ECO 14, HTP 126) | 1-2 Dochte |
| 13-15 cm | XXL (z.B. ECO 16) | 2-3 Dochte |
| über 15 cm | Mehrere große Dochte | 3-4 Dochte |
Docht befestigen und positionieren
Die richtige Befestigung und Positionierung des Dochts ist entscheidend für eine gleichmäßig abbrennende Kerze. Ein schlecht befestigter Docht kann verrutschen oder umkippen, ein schlecht positionierter Docht brennt ungleichmäßig ab.
Docht in Containerkerzen befestigen
Für Kerzen in Gläsern oder Dosen verwendest du am besten Dochtkleber. Klebe den Dochtsustainer (das kleine Metallplättchen am Dochtende) mittig auf den Boden des Gefäßes. Drücke ihn fest an und lass den Kleber kurz antrocknen.
Alternativ kannst du auch etwas heißes Wachs in das Gefäß gießen, den Dochtsustainer hineindrücken und warten, bis das Wachs fest wird. Diese Methode ist besonders praktisch, wenn du ohnehin schon mit geschmolzenem Wachs arbeitest.
Um den Docht während des Gießens gerade und mittig zu halten, legst du einen speziellen Dochthalter zum Fixieren des Dochts (Alternativ: Schaschlikspieß oder einen Bleistift) quer über die Öffnung des Gefäßes. Befestige den Docht mit einer kleinen Wäscheklammer oder wickle ihn einfach um den Spieß. So bleibt der Docht schön gespannt und gerade, während das Wachs aushärtet.
Docht in Kerzenformen befestigen
Bei Kerzenformen mit Loch am Boden fädelst du den Docht von oben durch die Form und ziehst ihn unten durch das Loch. Schneller geht das mit einer speziellen Dochtnadel*.
Bei Kerzenformen ohne Loch kannst du auch selbst eines erstellen. Bei Silikonformen funktioniert das ganz gut. Piekse mit einer dicken Nadel oder einer speziellen Dochtnadel* (das sind Nadeln mit einer großem Öse am Ende) vorsichtig ein Loch von außen nach innen durch den Boden der Form.
*Eine Dochtnadel ist besonders praktisch, weil du damit den Docht gleich durchziehen kannst - der Docht wird in die Öse eingefädelt und dann durch die Form gezogen. So geht es in einem Arbeitsschritt.
Befestige dann das untere Ende des Dochts mit einem speziellen Dochtverschluss, einer Schraube oder wickle es fest um einen Schaschlikspieß, der quer unter der Form liegt.
Bei größeren/breiteren Formen ohne vorgestanztes Loch kannst du den Docht auch einfach mit eingießen. Halte ihn dabei gut fest und gieße vorsichtig das erste Wachs ein. Sobald dieses etwas angetrocknet ist, steht der Docht von selbst und du kannst weitergießen.
Duftöle richtig dosieren
Duftöle verleihen deiner Kerze das gewisse Etwas. Die richtige Dosierung ist entscheidend für ein angenehmes Dufterlebnis ohne Überwältigung.
Dosierungsempfehlungen
Leichte Duftung (6%): Perfekt für Schlafzimmer und sensible Nasen. Die Kerze duftet dezent und nicht aufdringlich. Beispiel: 250g Wachs + 15g Duftöl.
Mittlere Duftung (8%): Der Standard für die meisten Räume. Ausgewogenes Verhältnis zwischen Duft und Wachs. Beispiel: 250g Wachs + 20g Duftöl.
Starke Duftung (10%): Für große Räume oder intensive Düfte. Maximale Duftentfaltung beim Abbrand. Beispiel: 250g Wachs + 25g Duftöl.
Einarbeitungstemperatur beachten: Duftöle sollten bei 50-65°C ins Wachs gegeben werden. Zu hohe Temperaturen zerstören die Duftstoffe, zu niedrige führen zu schlechter Bindung.
Wichtige Hinweise zu Duftölen
- Verwende nur spezielle Duftöle für Kerzen, keine ätherischen Öle oder Parfümöle
- Rühre das Duftöl mindestens 2 Minuten lang gründlich ein
- Bei Sojawachs können bis zu 10% Duftöl verwendet werden
- Bei Paraffinwachs sind 6-8% optimal
- Mische verschiedene Düfte vorsichtig – weniger ist oft mehr
- Lagere Duftöle kühl und dunkel
Beliebte Duftkombinationen
Entspannung: Lavendel + Vanille oder Kamille + Honig
Frische: Zitrone + Minze oder Eukalyptus + Meersalz
Gemütlichkeit: Zimt + Orange oder Sandelholz + Vanille
Kerzenfarben verwenden
Farben verwandeln deine Kerzen in echte Hingucker. Es gibt verschiedene Farbtypen für unterschiedliche Anforderungen.
Flüssigfarben
Flüssigfarben sind einfach zu dosieren und sorgen für eine gleichmäßige Verteilung. Sie sind gut mischbar und ideal für Anfänger. Die Dosierung liegt bei 0,5-2% vom Wachsgewicht.
Pulverfarben (Pigmente)
Pulverfarben erzeugen sehr intensive Farben und sind lange haltbar. Sie müssen gut eingerührt werden und eignen sich für kräftige Töne. Die Dosierung liegt bei 0,1-0,5% vom Wachsgewicht.
Farbchips / Farbblöcke
Farbchips sind wachsbasiert und sehr ergiebig. Sie lassen sich einfach abwiegen und ermöglichen Farben von Pastell bis kräftig. Die Dosierung liegt bei 0,5-3% vom Wachsgewicht.
Farb-Tipps für perfekte Ergebnisse
- Farbe bei ca. 70-80°C ins geschmolzene Wachs geben
- Gründlich einrühren (mindestens 2-3 Minuten)
- Die Farbe wird beim Aushärten heller
- Bei Sojawachs erscheinen Farben weniger intensiv als bei Paraffin
- Mache immer eine Testkerze für neue Farbkombinationen
- Weiße Pigmente machen Farben pastellig und deckend
- Vermeide zu dunkle Farben – sie können den Docht verstopfen
Farbmischtabelle
| Gewünschte Farbe | Mischung |
|---|---|
| Orange | Rot + Gelb |
| Grün | Blau + Gelb |
| Violett | Rot + Blau |
| Braun | Rot + Grün oder Orange + Blau |
| Pastell | Beliebige Farbe + Weiß |
Kerzensahne
Für richtig schöne Kerzensahne brauchst du ein Wachs, das cremig aufschlagbar ist und die Form später stabil hält. Am besten eignet sich hier reines Sojawachs (Behälterwachs) mit niedrigem Schmelzpunkt oder ein spezielles Kerzenwachs für Whipped Wax. Viele nehmen auch Sojawachs mit 5-10% Kokoswachs für mehr Geschmeidigkeit.
Kerzensahne aufzuschlagen ist eigentlich nicht schwierig, es verhält sich im Prinzip ähnlich wie das Schlagen normaler Schlagsahne, nur dass man dem Wachs dazuwischen eine kurze Ruhezeit gönnt, bevor man weiterschlägt.
- Wachs langsam schmelzen, dann leicht abkühlen lassen bis das Wachs milchig wird und deutlich andickt.
- Jetzt mit dem Schneebesen, Handrührgerät oder Küchenmaschine kurz kräftig aufschlagen, bis die Masse heller, luftiger und cremiger wird.
- 1-2 Minuten stehen lassen, dann erneut aufschlagen.
- Letzten Punkt wiederholen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
- Ab diesem Punkt heißt es aber schnell arbeiten: Sofort abfüllen in einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle, ideal sind geschlossene oder offene Sterntüllen mit 10-15mm Durchmesser, weil sie klare sahnige Strukturen machen und nicht verstopfen.
- Nun musst du es nur noch in dein Kerzengefäß spritzen.
Das Aufwändigere ist die Reinigung der Utensilien ; -) Am besten du reinigst alles, solange das Wachs noch weich ist. Schüsseln, Rührbesen und Tüllen zuerst mit einem Küchenpapier grob auswischen. Hart gewordene Reste mit der Heatgun oder Fön wieder lösen. Spritzbeutel aus Silikon erst auskratzen/wischen. Getrocknete Reste können später rausgebröckelt werden.
Wachsfrosting
Wachsfrosting sieht zwar erst mal nach "Fehler" aus, ist aber keiner. Es ist eine ganz natürliche Eigenschaft von pflanzlichen Wachsen, vor allem bei Sojawachs.
Durch Temperaturschwankungen oder beim Abkühlen bilden sich feine Kristalle, die das Wachs milchig oder leicht weißlich wirken lassen. Das hat keinen Einfluss auf Brennverhalten, Duftabgabe oder Sicherheit der Kerze. Manche emfinden es sogar als typisch handgemachten Look.
Reduzieren lässt es sich, aber komplett verhindern kaum. Langsames Abkühlen, nicht zu kalte Räume und das Vermeiden von starken Temperaturwechseln helfen.
Silikonformen richtig pflegen
Mit der richtigen Pflege halten deine Silikonformen viele Jahre und liefern immer wieder perfekte Ergebnisse.
Reinigung nach jedem Gebrauch
Nach jedem Gebrauch solltest du deine Silikonformen gründlich reinigen. Warte, bis die Form vollständig ausgekühlt ist, und entferne alle Wachsreste. Kleinere Wachsreste lassen sich oft einfach mit den Fingern abziehen, da Silikon sehr glatt ist.
Für hartnäckige Wachsreste gibt es einen praktischen Trick: Lege die Form für 15-20 Minuten ins Gefrierfach. Das Wachs wird spröde und lässt sich dann viel leichter entfernen.
Die Formen kannst du mit warmem Wasser mit wenig milden Spülmittel auswaschen. Bei hochwertigen Silikonformen kannst du bedenkenlos Spülmittel verwenden - es greift das Material nicht an. Hochwertige Silikonformen sind chemisch stabil und vertragen handelsübliche Spülmittel problemlos. Bei sehr günstigen oder minderwertigen Formen solltest du vorsichtiger sein, da diese manchmal aus Silikonmischungen bestehen, die empfindlicher reagieren können.
Verwende keine scheuernden Schwämme oder aggressive Reiniger wie Scheuermilch - diese können die glatte Oberfläche aufrauen, wodurch sich beim nächsten Gießen das Wachs schlechter löst.
Trockne die Form vollständig ab, bevor du sie wieder verwendest oder lagerst. Feuchtigkeit kann beim nächsten Gießvorgang zu Problemen führen, da Wasser und heißes Wachs nicht gut zusammenpassen.

Aufbewahrung und Pflege
Bewahre deine Silikonformen flach liegend oder hängend auf, nie zusammengefaltet oder geknickt. Durch dauerhafte Knickstellen kann die Form ihre ursprüngliche Form verlieren. Lagere sie an einem kühlen, trockenen Ort, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung.
Staple mehrere Formen nicht zu hoch übereinander, sonst können Druckstellen entstehen. Wenn du wenig Platz hast, kannst du zwischen die Formen Papier oder dünne Tücher legen.
Behandle die Formen vorsichtig - auch wenn Silikon flexibel ist, können scharfe Gegenstände oder Nägel Risse verursachen. Kontrolliere deine Formen regelmäßig auf kleine Beschädigungen. Kleinere Risse kannst du manchmal mit speziellem Silikonkleber reparieren.
Was du vermeiden solltest
Verwende keine zu heißen Temperaturen beim Gießen. Die meisten Silikonformen vertragen Temperaturen bis etwa 200 Grad Celsius, aber für Kerzenwachs reichen 60-80 Grad völlig aus. Zu hohe Temperaturen können die Form auf Dauer porös machen.
Schneide niemals mit einem Messer in der Form, um Wachsreste zu entfernen - das beschädigt die glatte Oberfläche. Verwende auch keine spitzen Gegenstände, um die Kerze aus der Form zu drücken. Die Flexibilität der Form reicht aus, um die Kerze sanft herauszulösen.
Vermeide aggressive Chemikalien wie Aceton, Benzin oder starke Lösungsmittel. Diese können das Silikon angreifen und spröde machen.

Praktisches Equipment
Mit dem richtigen Werkzeug macht das Kerzengießen noch mehr Freude. Hier findest du die wichtigsten Utensilien für dein Hobby.
Basis-Ausrüstung
Schmelzgefäß: Ein emaillierter Topf oder spezieller Wachsschmelzer ist ideal. Schmelze Wachs niemals direkt auf dem Herd, sondern immer im Wasserbad.
Thermometer: Ein Küchenthermometer bis 100°C ist ausreichend. Die Temperaturkontrolle ist entscheidend für perfekte Kerzen.
Rührwerkzeug: Holzspieße, Schaschlikspieße oder spezielle Rührstäbe aus Edelstahl zum Mischen von Wachs, Duft und Farbe.
Waage: Eine digitale Küchenwaage mit mindestens 0,1g Genauigkeit für präzises Abwiegen aller Zutaten.
Dochthalter: Wäscheklammern, Schaschlikspieße oder spezielle Dochthalter zum Fixieren des Dochts beim Gießen. Du kannst Dochthalter auch selbst basteln: Ganz einfach in Eisstäbe selbst ein paar Löcher bohren.
Dochtkleber: Spezielle Klebepunkte oder Dochtkleber fixieren den Docht am Boden des Gefäßes. Alternativ kannst du den Docht auch mit einem Tropfen heißem Wachs festkleben. Dochtkleber gibt es als kleine Aufkleber oder flüssig – beide Varianten funktionieren hervorragend und halten den Docht beim Gießen sicher in Position.
Arbeitsunterlage: Zeitungspapier, Backpapier oder eine abwaschbare Unterlage schützen deine Arbeitsfläche vor Wachsspritzern.
Fortgeschrittene Ausrüstung
- Heißluftpistole: Zum Glätten der Oberfläche und Entfernen von Luftblasen
- Sprühflasche mit Alkohol: 70%-iger Isopropanol in einer Sprühflasche für perfekt glatte Oberflächen bei Containerkerzen
- Gießkanne mit Ausguss: Für präzises Gießen ohne Verschütten
- Silikonformen: Wiederverwendbar und flexibel für einfaches Entformen
- Etikettierer: Für professionelle Beschriftung deiner Kerzen
- Dochtschneider: Spezielle Schere für saubere Schnitte
- Aufbewahrungsboxen: Zur geordneten Lagerung aller Materialien
Empfehlungen
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Kerzen richtig lagern
Die richtige Lagerung deiner selbstgemachten Kerzen ist wichtig, damit sie ihre Qualität behalten und beim Abbrennen ihr volles Potenzial entfalten. Falsch gelagerte Kerzen können verblassen, Risse bekommen oder ihren Duft verlieren.
Der ideale Lagerort
Lagere deine Kerzen an einem kühlen, trockenen Ort bei Raumtemperatur oder etwas darunter. Ideal sind 15-20 Grad Celsius. Vermeide Orte mit starken Temperaturschwankungen wie Dachböden oder Garagen - das Wachs dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen, was zu Rissen oder Verformungen führen kann.
Schütze deine Kerzen vor direktem Sonnenlicht. UV-Strahlung lässt Farben verblassen und kann bei manchen Wachsarten die Struktur verändern. Besonders natürliche Wachse wie Sojawachs oder Bienenwachs sind lichtempfindlich.
Hohe Luftfeuchtigkeit solltest du ebenfalls vermeiden. Feuchtigkeit kann bei manchen Kerzen zu einer weißlichen Verfärbung an der Oberfläche führen, besonders bei Sojawachs. Ein trockener Keller ist besser als ein feuchter.
Schutz vor Staub und Beschädigungen
Bewahre deine Kerzen abgedeckt auf, um sie vor Staub zu schützen. Du kannst sie in Seidenpapier einwickeln oder in Kartons lagern. Containerkerzen können mit ihrem Deckel verschlossen werden - das schützt nicht nur vor Staub, sondern bewahrt auch den Duft.
Stapel Kerzen nicht zu hoch übereinander, besonders nicht bei weichen Wachsen wie Sojawachs. Das Gewicht kann Druckstellen verursachen. Wenn du mehrere Kerzen übereinander lagerst, lege Papier oder Pappe dazwischen.
Halte Kerzen fern von stark riechenden Substanzen wie Reinigungsmitteln oder Gewürzen. Besonders unbeduftete Kerzen können fremde Gerüche aufnehmen.
Haltbarkeit verschiedener Wachsarten
Paraffinkerzen sind praktisch unbegrenzt haltbar, wenn sie richtig gelagert werden. Sie verändern sich über Jahre kaum.
Sojawachs und andere pflanzliche Wachse haben eine Haltbarkeit von etwa 1-2 Jahren. Danach kann die Duftintensität nachlassen und die Oberfläche matter werden. Sie sind aber weiterhin verwendbar.
Bienenwachskerzen entwickeln mit der Zeit oft einen weißlichen Belag, den sogenannten Reif. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern ein natürlicher Prozess. Du kannst ihn mit einem weichen Tuch oder leichtem Erwärmen entfernen.
Duftkerzen behalten ihren Duft bei richtiger Lagerung etwa 1-2 Jahre lang. Danach lässt die Intensität nach, die Kerze ist aber weiterhin brennbar.
Saisonale Lagerung
Wenn du Kerzen saisonal herstellst (zum Beispiel Duftkerzen für Weihnachten), solltest du sie spätestens 2-3 Monate vor der geplanten Verwendung herstellen. So haben sie Zeit, vollständig auszuhärten und ihre optimale Qualität zu entwickeln.
Weihnachts- oder Osterkerzen mit speziellen Düften lagerst du am besten in beschrifteten Boxen. So findest du sie im nächsten Jahr leicht wieder und der Duft bleibt gut erhalten.
Bei der Lagerung über längere Zeiträume empfiehlt es sich, die Kerzen einmal im Quartal zu kontrollieren und gegebenenfalls die Position zu ändern, damit keine Druckstellen entstehen.
Vor und während dem Abbrennen
Wenn du eine Kerze längere Zeit gelagert hast, lass sie vor dem Anzünden etwa 30 Minuten bei Raumtemperatur akklimatisieren. Besonders bei Kerzen, die kühl gelagert wurden sorgt das für einen besseren, gleichmäßigeren Abbrand.
Kontrolliere vor dem Anzünden, ob sich Risse oder Verformungen gebildet haben. Kleine Risse an der Oberfläche sind meist kein Problem, tiefe Risse können aber den Abbrand beeinträchtigen.
Vor jedem Anzünden sollte der Docht immer auf etwas 5-7 mm gekürzt werden.
Ist er zu lang, wird die Flamme zu groß, rußt schneller und das Wachs kann überhitzen.
Zu kurze Dochte dagegen können im Schmelzpool "ertrinken" oder schlecht abbrennen. Auch während der Brennzeit lohnt sich ein kurzer Blick: Bildet sich ein Dochtpilz? Dann sollte der Docht nach dem Abkühlen wieder gekürzt werden.
Damit eine Kerze gleichmäßig brennt, sollte sie beim ersten Anzünden so lange brennen, bis die komplette Oberfläche flüssig ist, idealerweise bis zum Rand. So vermeidet man Tunnelbildung. Zugluft und häufiges Auspusten stressen die Flamme und führen zu Ruß und ungleichmäßigem Abbrand.
Häufig gestellte Fragen
Luftblasen entstehen meist durch zu schnelles Gießen oder zu kaltes Wachs. Gieße das Wachs langsam und gleichmäßig ein. Die ideale Gießtemperatur liegt bei 60-70°C für die meisten Wachse. Mit einer Heißluftpistole kannst du Luftblasen an der Oberfläche nachträglich entfernen.
Das kann schnell mal passieren. Wachs zieht sich beim Abkühlen zusammen. Halte dich an die Gießtemperatur um Einsinkungen zu verringern. Falls es trotzdem mal vor kommt: Steche mit einem Schaschlikspieß mehrere Löcher um den Docht herum und gieße eine zweite Schicht Wachs nach. Diese sollte etwa 5-10°C wärmer sein als die erste Gießtemperatur.
Ruß entsteht durch einen zu großen Docht oder zu viele Farbpigmente. Kürze den Docht auf 5-8mm vor jedem Anzünden. Wenn das Problem bestehen bleibt, verwende beim nächsten Mal einen kleineren Docht. Auch zu viel Duftöl (über 10%) kann Ruß verursachen.
Ein Tunnelbrand entsteht, wenn der Docht zu klein ist und nur in der Mitte brennt, während das Wachs am Rand stehen bleibt. Wichtig: Beim ersten Abbrand muss die gesamte Oberfläche flüssig werden (Memory-Effekt). Lasse die Kerze mindestens 1 Stunde pro 2,5cm Durchmesser brennen. Bei wiederkehrendem Tunnelbrand hilft nur ein größerer Docht.
Empfohlen sind maximal 3-4 Stunden am Stück. Danach solltest du die Kerze löschen, abkühlen lassen und den Docht auf 5-7mm kürzen. Bei zu langer Brenndauer wird die Flamme zu groß, die Kerze kann überhitzen und der Duft verfliegt zu schnell.
Ja, definitiv! Sammle Kerzenreste und schmelze sie im Wasserbad ein. Entferne vorher alle Dochtreste und Verunreinigungen. Du kannst verschiedene Wachsreste mischen, aber beachte, dass sich die Eigenschaften ändern können. Für beste Ergebnisse sortiere die Reste nach Wachsart.
Mögliche Ursachen: Zu wenig Duftöl verwendet (mindestens 6% empfohlen), Duftöl bei zu heißer Temperatur zugegeben (über 70°C zerstört die Duftstoffe), falsches Duftöl verwendet (muss speziell für Kerzen sein) oder der Docht ist zu klein. Ein zu kleiner Docht erzeugt nicht genug Hitze, um das Duftöl freizusetzen.
Die optimale Gießtemperatur hängt vom Wachstyp ab: Sojawachs 50-60°C, Paraffinwachs 60-70°C, Bienenwachs 65-75°C. Bei Containerkerzen kann etwas wärmer gegossen werden (bis 70°C), bei Kerzenformen eher kühler (um 55-60°C) für eine glatte Oberfläche. Duftöl immer bei 50-65°C zugeben.
Für harte Oberflächen: Wachs mit einem Föhn erhitzen und mit Küchenpapier aufnehmen. Reste mit Speiseöl entfernen. Für Textilien: Wachs einfrieren und abbrechen, dann zwischen Löschpapier bügeln. Hartnäckige Flecken mit Waschbenzin behandeln. Bei Teppichen: Eiswürfel auflegen, Wachs vorsichtig abkratzen.
Mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur. Sojawachs und Rapswachs profitieren sogar von 48-72 Stunden Aushärtzeit. Duftkerzen benötigen zusätzlich eine Reifezeit von 1-2 Wochen um das beste Dufterlebnis zu erzielen. Geduld lohnt sich für bessere Brenneigenschaften und optimale Duftentfaltung!






