Schwäbische Springerle, traditionelle Anisplätzchen

Schwäbische Springerle, traditionelle Anisplätzchen

FÜR CA. 40 STÜCK (JE NACH FORM)

  • 4 Eier (Größe L, zimmerwarm)
  • 500 g Mehl
  • 500 g Puderzucker
  • 2 TL gemahlener Anis
  • 2-3 EL Anissamen pro Backblech
  • 2 Messerspitzen Natron oder Hirschhornsalz
  • 1 Prise Salz
  • (2 TL Himbeergeist)

Springerle haben in Süddeutschland eine jahrhunderte lange Tradition. Die super schöne Anisplätzchen sind zwar etwas aufwändiger in der Zubereitung, aber wer die leckeren Weihnachtsplätzchen einmal gebacken hat, der wird sie immer wieder essen mögen.

Springerle sind meine liebste Plätzchensorten in der Weihnachtszeit. Bei uns Schwaben gehört das Traditionsgebäck einfach mit in die Plätzchendose, nicht alleine weil es das schönste Gebäck überhaupt ist.

Da Anis magenberuhigend und verdauungsfördernd wirkt, sind die Anisbrötli ein willkommener Abschluss nach jedem Essen.

Ich empfehle für dieses Rezept eine Küchenmaschine zu verwenden, da der Teig lange gerührt werden muss. Eine gute Schaummasse ist bei diesem Rezept wichtig.

Perfekte Springerle backen

Eier schaumig schlagen, Puderzucker nach und nach einsieben und etwa 15-20 Minuten mit der Küchenmaschine rühren bis eine weisschaumige Masse entsteht.

Natron (oder Hirschhornsalz) mit Himbeergeist auflösen und hinzufügen. Wer keinen Alkohol dazugeben möchte, lässt ihn einfach weg und gibt Natron  (oder Hirschhornsalz) zu den trockenen Zutaten.

Dann die restlichen trockenen Zutaten (Mehl, gemahlener Anis, Salz) miteinander vermischen, sieben und löffelweise unter die Schaummasse rühren.

Anschließend muss der Teig für mindestens 12 Stunden (besser über Nacht), mit Frischhaltefolie abgedeckt, im Kühlschrank ruhen.

Bei der Weiterverarbeitung den Teig in mehrere Portionen teilen und den restlichen Teig immer wieder mit Frischhaltefolie abdecken, sonst trocknet der Teig zu schnell aus.

Einen Teil des Springerles-Teiges auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick (nicht dünner) auswellen. Springerlemodel mit Mehl bepudern. Nun das Model gut in den Teig drücken.

Die geprägten Teigstücke mit einem Teigrädchen, Ausstecher oder Messer ausschneiden/ausstanzen. Springerle auf mit Backpapier  ausgelegtes und bemehltes  Backblech oder Holzbrett setzen und 24 Stunden trocknen lassen.

Nach der Ruhezeit zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und die Anissamen darauf verteilen. Ein frisches Geschirrtuch gut mit Wasser befeuchten und auf einer Arbeitsfläche ausbreiten.

Die Springerle vorsichtig auf das befeuchtete Geschirrtuch und anschließend auf das vorbereitete Backblech mit Anissamen legen. Durch die befeuchtete Unterseite haften die Anissamen und das Springerle kann im Backofen nach unten schön aufgehen und die typischen Füßchen bilden.

Kleine Mehlreste an den Springerle kann man mit einem Pinsel vorsichtig abpinseln.

Den Backofen auf 140 ºC vorheizen. Springerle bei Umluft ca. 25-30 Minuten backen.
Perfekte Springerle sind innen leicht weich und aussen schön knusprig. Die Oberseite der Springerle sollte schön hell bleiben, die Unterseite zart gelb.

Die fertigen Anisplätzchen am besten an einem kühlen, etwas feuchten Ort lagern. Wenn man die Springerle 1 Woche stehen lässt, werden sie noch etwas weicher.
Perfekte Springerle backen
Springerle Model
Springerlerezept
Anisplätzchen - Schwäbische Springerle
Home and Herbs

Tipp/Info

Traditionell werden Springerle mit Holzmodel geprägt. Gute Holzmodel haben natürlich ihren Preis, aber dafür hat man ein wunderschönes Bild. Beim Backen wächst der Springerle-Teig auf die doppelte Höhe und bildet einen "Fuß". Vermutlich kommt der Name "Springerle" vom aufspringen (aufgehen).

In der Schweiz gibt es übrigens ein ähnliches Rezept, welches sich Anisbrötli oder Springerli nennt – im fränkischen Raum wird das Anis-Gebäck Eierzucker genannt.

3 Kommentare

  1. Sarah
    2. Dezember 2020 / 07:52

    Hallo!
    Gibt es eine Alternative zum Himbeergeist? Da ich gerade schwanger bin würde ich den gern weglassen. Kann ich das Natron vielleicht einfach in der selben Menge Wasser auflösen?
    Vielen Dank!
    Lieber Gruß, Sarah

    • Sarah
      2. Dezember 2020 / 21:14

      Oh, wer lesen kann ist klar im Vorteil!
      Tut mir leid, ich hab jetzt erst das ganze Rezept gelesen, da steht die Antwort ja bereits!
      Bitte entschuldige!
      Lieber Gruß

      • Stefanie Stephan
        Autor
        3. Dezember 2020 / 10:17

        Oh nein liebe Sarah, ich habe den Text erst hinzugefügt, nachdem du mir geschrieben hast 🙂 Außerdem beantworte ich sehr gerne Fragen. Also jederzeit gerne!
        Liebe Grüße, Stefanie

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